Wer den Riedener Waldsee zum ersten Mal sieht, wundert sich unweigerlich: Wie kommt ein so stiller, so vollständig in die Eifellandschaft eingebetteter See an diese Stelle? Die Antwort ist eine Geschichte aus Beharrlichkeit, bürgerschaftlichem Willen und einem langen Atem. Rund zwölf Jahre vergingen von den ersten Planungen im Ortsgemeinderat 1968 bis zum ersten Spatenstich im Jahr 1980 – und nochmals zwei Jahre Bauzeit, bis der See am 29. August 1982 eingeweiht wurde. Was die Gemeinde Rieden im Landkreis Mayen-Koblenz aus einem sumpfigen Bachtal gemacht hat, ist heute eines der beliebtesten Ausflugsziele der Vulkaneifel.
Der Waldsee liegt rund einen Kilometer südwestlich des Ortes Rieden, eingebettet zwischen Mischwald und Wiesen, gespeist vom Rehbach. Mit einer Wasserfläche von etwa vier Hektar und einer maximalen Tiefe von acht Metern ist er kein großer See – aber ein sehr schöner. Das Wasser erfüllt die EU-Norm als Badegewässer, und seit der Wiederzulassung 2007 ist die Qualität dauerhaft gesichert. Scherzhaft nennt man ihn in Rieden übrigens das „größte Weihwasserbecken in Rheinland-Pfalz“ – denn der ihn speisende Rehbach entspringt im Keller des Riedener Pfarrhauses.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Wasserfläche | ca. 4 Hektar |
| Maximale Tiefe | ca. 8 Meter |
| Zufluss | Rehbach |
| Badezeit | 1. Juni bis 31. August |
| Wasserqualität | EU-zertifiziertes Badegewässer |
| Parken | kostenpflichtig |
| Eintritt See/Liegewiese | kostenlos |
| Bootsverleih | vorhanden, kostenpflichtig |
| Kanu- & E-Bike-Verleih | vorhanden |
| Adresse | Kirchstraße 54, 56745 Rieden |
Zwölf Jahre Geduld – wie ein Sumpftal zum Badesee wurde
Die Idee entstand in einer ganz praktischen Frage: Was tut man mit einem sumpfigen, kaum nutzbaren Bachtal am Rand eines Eifeldorfs? Die Antwort des damaligen Ortsbürgermeisters Franz-Josef Kaul war ungewöhnlich ehrgeizig – ein Stausee mit Freizeitanlage. Landrat Georg Klinkhammer trieb das Projekt voran, beantragte Zuschüsse und gründete einen Zweckverband. Investitionen von 4,7 Millionen D-Mark flossen in Bau und Erschließung. 1980 machte Verkehrsminister Heinrich Holkenbrink den ersten Spatenstich, 1982 war der See fertig und wurde mit einem Festwochenende eingeweiht.
Doch die Geschichte verlief nicht ohne Rückschläge. 2001, neunzehn Jahre nach der Einweihung, musste ein Badeverbot ausgesprochen werden – bei starkem Regen gelangte Mischwasser aus der Kanalisation in den Rehbach, die Keimbelastung wurde zu hoch. Die Lösung war aufwendig: Ein Umfahrungskanal wurde rund um den See gegraben, der seither verhindert, dass Schmutzwasser den Rehbach erreicht. Das 1,4-Millionen-Euro-Projekt wurde zum Teil durch die Erschließung des Feriendorfs ab 2005 finanziert. Seit 2007 ist der See wieder als Badegewässer zugelassen – und das Wasser ist heute fast so sauber wie Trinkwasser.

Baden, Paddeln, Wandern – was den Waldsee zum Aktivziel macht
Der See ist das Zentrum eines vielseitigen Freizeitangebots. Baden auf den kostenfreien Liegewiesen ist die klassische Sommeraktivität – an schönen Wochenenden zieht es mehrere Hundert Tagesgäste ans Ufer. Zwei Badestege erleichtern den Einstieg, Bojen kennzeichnen die offiziellen Schwimmzonen. Wer aktiver unterwegs sein möchte, kann Kanus und E-Bikes mieten und den See wie die umliegenden Waldwege auf eigene Faust erkunden.
- Baden in EU-zertifizierten Badezonen – 1. Juni bis 31. August, zwei Badestege, kostenlos
- Bootsverleih direkt am Ufer – für gemächliche Runden auf dem See
- Kanu- und E-Bike-Verleih – für aktivere Erkundungen von See und Umgebung
- Waldseepfad Rieden – 14,2 km Traumpfad, Start direkt am See
- Geopfad Riedener Kessel – Lehrpfad zur vulkanischen Entstehungsgeschichte des Talkessels
- Sauerbrunnen – historische Heilquelle auf dem Waldseepfad
- Gänsehalsturm – 360°-Panorama über Vulkaneifel und bis zum Rhein
Der Waldseepfad – Schritt für Schritt durch die Vulkaneifel
Direkt am See startet der Waldseepfad Rieden, einer der 26 zertifizierten Traumpfade in Rheinland-Pfalz, ausgezeichnet mit dem Wandersiegel des Deutschen Wanderinstituts. Auf 14,2 Kilometern führt er durch malerische Buchenwälder, vorbei an einem Sauerbrunnen und hinauf zum Gänsehalsturm – von dort öffnet sich ein 360°-Panorama über die Vulkaneifel und bis zum Rhein.
- Start am SeeDer Pfad beginnt unterhalb der Pizzeria. Die ersten Meter führen entlang des Ufers, bevor es in den Wald hinaufgeht.
- Durch das RehbachtalSanft ansteigend geht es durch das stille Rehbachtal, vorbei an alten Buchenbeständen und kleinen Bachläufen. Schattig und ruhig – der schönste Abschnitt bei Hitze.
- SauerbrunnenEine alte Heilquelle mitten im Wald – das Wasser schmeckt leicht säuerlich und mineralisch. Eine gute Stelle für eine kurze Rast.
- Aufstieg zum GänsehalsturmDer steilste Abschnitt führt hinauf zum Sendeturm. Die Aussichtsplattform ist saisonal geöffnet (Ostern bis Frostperiode) und belohnt mit einem 360°-Panorama über die Eifel und bis zum Rhein.
- Abstieg durch das FelsenmeerBeeindruckende Basaltblöcke – dann führt der Weg sanft zurück Richtung Rieden und See.
Mitten im Wald übernachten – der Ferienpark direkt am Ufer
Unmittelbar am See liegt der private Ferienpark Waldsee Rieden, erschlossen ab 2005, heute mit rund 70 Ferienhäusern. Die Häuser sind terrassenförmig an den südöstlichen Hang des Schmalbergs angelegt – ohne Durchgangsverkehr, umgeben von einem Mischwald mit teils über hundert Jahre alten Buchen. Zertifizierte 5-Sterne-Häuser machen den Park zu einer komfortablen Basis für einen Eifelurlaub, viele mit direktem Seeblick, Sauna und Kamin.
Auch für Hundebesitzer ist der Ferienpark ausdrücklich geeignet – der See, die Waldwege und der Traumpfad laden zu hundefreundlichen Touren ein. Wer keine Ferienhausunterkunft sucht, findet im Ort Rieden und in den benachbarten Riedener Mühlen weitere Übernachtungsmöglichkeiten.
Nach dem Bad: Einkehren mit Seeblick
Direkt am Waldsee befindet sich eine Pizzeria mit Außenterrasse – der Klassiker für eine Pause nach dem Baden oder nach einer Runde mit dem Kanu. Im Ort Rieden selbst finden Gäste traditionelle Gaststätten mit regionalen Gerichten, die mehrheitlich auch hundefreundlich sind. Das kulinarische Angebot ist überschaubar, aber verlässlich – die Stärke der Region liegt ohnehin eher in der Natur als in der Restaurantdichte.
Vulkane, Maare, Burgen – die Umgebung hat einiges zu bieten
Der Riedener Waldsee liegt zentral in der Vulkaneifel, und das bedeutet: erstklassige Ausflugsziele in alle Richtungen. Die Maare – darunter der Laacher See, der Pulvermaar und der Schalkenmehrener Maar – sind innerhalb von 30 bis 45 Minuten erreichbar. Das Deutsche Vulkanmuseum in Mendig (Lava-Dome) führt tief in die Geschichte des Vulkanismus der Region ein.
- Laacher See und Pulvermaar – Vulkanmaare der Eifel, 30–40 Min. entfernt
- Lava-Dome Mendig (Deutsches Vulkanmuseum) – Vulkangeschichte zum Anfassen
- Schloss Bürresheim – nie zerstörter Adelssitz, ca. 25 Min. entfernt
- Burg Eltz – eine der schönsten Burgen Deutschlands, ca. 45 Min. entfernt
- Nürburgring – Motorsport-Legende, ca. 30 Min. entfernt
- Wild- und Erlebnispark Daun – Familienausflug in der Vulkaneifel
- Stöffel-Park Enspel – Fossilien und Basaltgelände, ca. 50 Min. entfernt
Wer Burgen und Schlösser bevorzugt, findet mit Schloss Bürresheim und Burg Eltz zwei der bedeutendsten Adelssitze Deutschlands in weniger als einer Stunde Fahrtzeit – in unserem Artikel zu den Wanderwegen rund um Burg Eltz gibt es weitere Tipps.
Impressionen vom See
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=sKep4JD2q4o
Häufige Fragen zum Riedener Waldsee
Die Redaktion von www.rhein-pfalz-aktiv.de ist Ihr kompetenter Begleiter rund um das Thema Rheinland-Pfalz. Mit fundiertem Wissen und großer Begeisterung für die Region informieren wir über aktuelle Ereignisse, Freizeitmöglichkeiten, kulturelle Highlights und vieles mehr. Unser Ziel ist es, Leserinnen und Leser zu inspirieren, Rheinland-Pfalz aktiv zu entdecken und zu erleben. Das kann bei Wanderungen, kulinarischen Genüssen oder kulturellen Veranstaltungen sein. Wir freuen uns, Ihnen die Vielfalt und Schönheit unseres Bundeslandes näherzubringen.
