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Bernkastel-Kues mit der Burg Landshut

Burg Landshut Bernkastel-Kues – Wahrzeichen der Mosel

Man sieht sie, bevor man sie sucht. Wer durch Bernkastel-Kues schlendert, blickt unweigerlich nach oben – und dort, hoch über den Dächern der Altstadt, auf einem 235 Meter hohen Burgberg, schwebt die Silhouette der Burgruine gegen den Himmel. Türme, Mauerreste, ein runder Bergfried, alles aus dem dunklen Schieferstein der Moselregion. Keine andere Ruine an der Mosel hat diese Präsenz, diesen fast selbstverständlichen Auftritt über einer Weinstadt, der so wirkt, als hätte die Burg immer da gewesen. Und das stimmt, fast: Über zweitausend Jahre Geschichte stecken in diesem Felsen.

Burg Landshut ist das Wahrzeichen von Bernkastel-Kues und gehört zu den ältesten historischen Bauwerken an der Mosel. Was von außen wie eine klassische mittelalterliche Burgruine aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein Ort mit Schichten aus Römerzeit, Mittelalter und früher Neuzeit – und mit einem der schönsten Panoramablicke der gesamten Moselregion.

Von „Princastellum“ zur Trierer Bischofsresidenz – 2000 Jahre auf einem Felsen

Die Geschichte der Burg beginnt nicht im Mittelalter, sondern in der Spätantike. Die Römer errichteten auf diesem strategisch perfekt gelegenen Fels ein Großkastell und nannten es „Princastellum“ – einen Befestigungsposten als Teil eines langen Schutzgürtels entlang der Mosel gegen die vordringenden germanischen Stämme. Das Kastell war so bedeutend, dass es noch in frühmittelalterlichen Handschriften Erwähnung findet. Und es lieferte der Stadt darunter ihren Namen: aus „Princastellum“ wurde „Bernkastel“.

Lange galt das als historische Überlieferung ohne archäologischen Beleg. Das änderte sich im Juni 2012, als bei routinemäßigen Sicherungsarbeiten an der Außenbefestigung massives römisches Mauerwerk zutage trat. Archäologen datierten die Funde ins ausgehende 4. und frühe 5. Jahrhundert – eine rechteckige Befestigung von rund 60 mal 30 Metern mit fünf oder sechs fast quadratischen Türmen, in ihrer Bauweise vergleichbar mit spätrömischen Kastellen in Ludwigshafen oder Passau. Noch ältere Funde – ein Steinbeil aus Tonschiefer und handgemachte Keramikscherben – lassen sogar auf eine vorrömische Nutzung des Felsens schließen.

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Burg Landshut Bernkastel-Kues Panorama

Auf diesen römischen Fundamenten errichteten die Trierer Erzbischöfe Ende des 13. Jahrhunderts die heutige Burganlage. Erzbischof Heinrich II. von Finstingen begann den Bau, sein Nachfolger Kurfürst Boemund I. – der 1291 auch die Stadtrechte für Bernkastel beim deutschen König erwirkte – baute sie mit prächtigen Säulen, festen Mauern und starken Türmen zu einer repräsentativen Residenz aus. Über Jahrhunderte diente die Anlage als Sommer- und Regierungssitz der mächtigen Trierer Kurfürsten, eine der bedeutendsten geistlichen Fürstenwürden im Heiligen Römischen Reich.

Der Brand von 1692 – und warum die Ruine bis heute Ruine ist

Was die Burg durch Belagerungen, Kriegszüge und den Einmarsch französischer Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg überstanden hatte, fiel am 8. Januar 1692 einem Feuer zum Opfer. Die Ursache des Brandes ist bis heute ungeklärt – einige Quellen vermuten Fahrlässigkeit, andere sehen den Zusammenhang mit den Wirren des Krieges. Was blieb, ist das Ensemble aus Mauerwerk, das heute zu sehen ist: die Ringmauer aus Schieferbruchstein, der runde Bergfried von rund 30 Metern Höhe, Teile des Palas und des Torbereichs. Eine Wiederherstellung wurde nie versucht – und so blieb die Anlage, was sie seither ist: eine eindrucksvolle Ruine mit einer Geschichte, die mehrere Zivilisationen umspannt.

Geschichte auf einen Blick: Vorrömische Nutzung → römisches Kastell „Princastellum“ (4./5. Jh.) → mittelalterliche Burg der Trierer Erzbischöfe (ab Ende 13. Jh.) → Residenz der Trierer Kurfürsten → Brand 1692 → seitdem Ruine.

Was heute noch steht – und was man sehen kann

Die Burganlage ist täglich frei zugänglich – ohne Eintritt, rund um die Uhr. Ein barrierefreier Rundweg führt außen um die gesamte Anlage und ist mit informativen Schautafeln ausgestattet, die Geschichte, Architektur und die archäologischen Funde erläutern. Für den Bergfried lässt sich am Automaten ein Ticket für einen Euro erwerben – von oben öffnet sich ein atemberaubendes 360°-Panorama über das Moseltal, die Altstadt von Bernkastel und die gegenüberliegende Kues-Seite mit dem Hospital des Nikolaus von Kues.

  • Ringmauer aus Schieferbruchstein – gut erhaltene Abschnitte der mittelalterlichen Befestigung
  • Runder Bergfried – ca. 30 m hoch, besteigbar für 1 €, 360°-Panorama
  • Römerturm-Reste – im Zwinger integrierte Mauerreste des spätrömischen Kastells (ab 2012 archäologisch belegt)
  • Barrierefreier Rundweg – mit Schautafeln zur Geschichte, täglich zugänglich
  • Restaurant in der Burg – in den historischen Gemäuern, mit Panoramaterrasse
  • Burgführungen „Römer und Ritter“ – geführte Touren durch die Burggeschichte, saisonal
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Das Restaurant – Moselwein mit Aussicht auf das Tal

In den historischen Gemäuern hat sich ein Restaurant eingerichtet, das zu den außergewöhnlichsten Einkehrmöglichkeiten der Moselregion zählt. Die Aussicht von der Terrasse ist legendär: Das Moseltal öffnet sich in beide Richtungen, die Schleife des Flusses zieht sich durch die Weinberge, und Bernkastel liegt direkt zu Füßen. Regionale Küche, Moselweine und das historische Ambiente machen es zur idealen Pause nach dem Aufstieg – oder zum Abendessen mit Sonnenuntergang über dem Moseltal.

💡 Tipp: Eine Reservierung empfiehlt sich, besonders an Wochenenden und während des Weinfests im September. Kontakt: info@burglandshut.com oder Tel. 06531 50059011.

Anfahrt, Öffnungszeiten und praktische Informationen

Information Details
Adresse Burglandshut 1, 54470 Bernkastel-Kues
Burganlage (frei) täglich zugänglich, kostenlos
Bergfried besteigbar, 1 € am Automaten
Restaurant 2026 ab 7. April, Mo–Do 12–21 Uhr (Di/Mi Ruhetag prüfen)
Zu Fuß vom Marktplatz ca. 30 Minuten, Weg durch Weinberge und Tiefenbachtal
Burg Landshut-Express Shuttlebus vom Parkplatz am Moselufer, saisonal
Mit dem Auto Parkplatz direkt an der Anlage, kostenlos
Burgführungen „Römer und Ritter“ – Termine unter bernkastel.de
  1. Vom Marktplatz durch die WeinbergeDer schönste Aufstieg: vom historischen Marktplatz die Burgstraße hinauf, durch die Weinberge mit immer schöner werdenden Moselblicken. Unterwegs lohnt ein Abstecher ins Tiefenbachtal mit seinem kleinen Wasserfall. Dauer: ca. 30 Minuten.
  2. Mit dem Burg Landshut-ExpressDer leuchtend-gelbe Kleinbus fährt vom Parkplatz am Moselufer direkt hinauf – komfortabel und schnell, ideal für alle, denen der Aufstieg zu Fuß zu beschwerlich ist. Saisonal verfügbar.
  3. Mit dem AutoDie Anlage ist per Auto erreichbar, mit kostenlosem Parkplatz direkt oben. Ab Ortsdurchfahrt Bernkastel der Beschilderung folgen. Vom Parkplatz sind es fünf Minuten zu Fuß bis zur Ruine.
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Wer nach dem Besuch noch mehr von Bernkastel-Kues entdecken möchte, findet in unserem Artikel zu Bernkastel-Kues alle weiteren Sehenswürdigkeiten, Schifffahrtstipps und Weinkultur auf einen Blick.

Häufige Fragen zur Burg Landshut

Die Anlage ist täglich kostenlos zugänglich. Wer den Bergfried besteigen möchte, zahlt 1 Euro am Automaten. Das Restaurant ist natürlich kostenpflichtig.
Die heutige Anlage entstand Ende des 13. Jahrhunderts unter den Trierer Erzbischöfen – auf Fundamenten eines römischen Kastells, das 2012 archäologisch nachgewiesen wurde. Noch ältere Funde deuten sogar auf vorrömische Nutzung hin.
Ein Brand am 8. Januar 1692 – Ursache bis heute ungeklärt – zerstörte die Anlage. Danach wurde sie nie wieder aufgebaut.
Zu Fuß vom Marktplatz in ca. 30 Minuten durch die Weinberge, mit dem Burg Landshut-Express (saisonal) oder mit dem Auto – kostenloser Parkplatz direkt oben.
Ja – in den historischen Gemäuern mit Panoramaterrasse und Blick über das Moseltal. Ab April geöffnet, Mo–Do 12–21 Uhr. Reservierung empfohlen: info@burglandshut.com.
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  • Beitrags-Kategorie:Burgen-Schlösser
  • Beitrag zuletzt geändert am:21. Juni 2026